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umweltverträglich bauen und leben |
NEOPOR bzw. STYROPOR ist ein nach DIN 18 164 "Schaumkunststoffe als Dämmstoffe für das Bauwesen" genormter und güteüberwachter expandierter Polystyrol-Hartschaum (EPS). Seit seiner Anwendung im Jahre 1954 hat er sich als Wärme- und Trittschalldämmstoff in den unterschiedlichsten Anwendungsbereichen wie z. B. Außenwand, Steil- und Flachdach, Fußböden und Decken, bei der Innendämmung oder Perimeterdämmung bestens bewährt.
Durch seine ausgezeichneten Dämmeigenschaften sorgt Neopor bzw. Styropor für einen aktiven Schutz unserer Umwelt. Aufgrund eines geringeren Heizenergiebedarfs durch Dämm-Maßnahmen wird die Emission klimarelevanter Gase, wie z. B. Schwefeldioxid (SO2), Stickoxide (NoX) und insbesondere Kohlendioxid (CO2) drastisch reduziert und damit eine Zunahme des zusätzlichen, unerwünschten Treibhauseffektes mit all seinen negativen Folgen für das Ökosystem der Erde vermindert.
Die Herstellung von Neopor bzw. Styropor erfolgt umweltverträglich. Seit Beginn seiner Fertigung wird als Treibmittel Pentan verwendet, welches die Ozonschicht in der Stratosphäre nicht schädigt und nicht zu den typischen Treibhausgasen zählt. Zu keiner Zeit wurden oder werden FCKW-haltige Treibmittel oder teilhalogenierte Treibmittel verwendet. Ausgangsstoffe für die Herstellung sind Styrol und Pentan, aus denen durch Polymerisation in geschlossenen Anlagen expandierbares Polystyrol entsteht. Die Herstellung des Schaumstoffs erfolgt in einfachen Verfahrensschritten, indem das treibmittelhaltige Polystyrolgranulat mit Wasserdampf erhitzt wird und durch das Treibmittel zu geschlossenzelligen Partikeln aufgeschäumt wird.
Biologische Aspekte
Zum Verhalten von Neopor bzw. Styropor gegenüber biologischem Material wurde eine Vielzahl unterschiedlicher Untersuchungen durchgeführt, die als Gutachten des Instituts Bio-Bauforschung, Karlsfeld, vorliegen. Dieses Gutachten bewertet EPS als ein biologisch neutrales Produkt, von dem keine negativen Auswirkungen auf lebende Organismen zu erwarten sind.
Produkte aus Polystyrol (PS) und expandiertem Polystyrol (EPS) werden bevorzugt im biologisch-medizinischen Bereich eingesetzt. Diese Tatsache demonstriert deutlich, daß von diesem Kunststoff keinerlei Gesundheits- oder Umweltgefährdung ausgehen kann.
Anwendungen:
- In medizinischen, biologischen und mikrobiologischen Laboratorien sind Geräte und Kulturgefäße (Zentrifugen, Filter, Testplatten usw.) aus Polystyrol im Einsatz, weil dieser Kunststoff keine negativen Auswirkungen auf die Laborkulturen (Bakterien, Pilze, Zellkulturen etc.) hat. Auch Aquarien, bzw. die Laichkästen für Aquarien sind aus Polystyrol. Chronische Wirkungen auf Pflanzen bzw. Tiere konnten bisher nicht festgestellt werden.
- Besonders gut hat sich Neopor bzw. Styropor als Material für Bienenkästen (sogen. Beuten) bewährt. Entgegen ihren sonstigen Gepflogenheiten beginnen Bienen in Beuten aus Styropor mit ihrer Bau- und Bruttätigkeit direkt neben der Styroporwand. Zum einen ein Zeichen der ausgeglichenen Oberflächentemperatur, zum anderen jedoch ein Zeichen für die Unbedenklichkeit des Materials. Der Instinkt der Tiere würde es nicht zulassen, sich in einer ungesunden Umgebung aufzuhalten, was ganz besonders für die sensible Biene gilt. Unverkennbar ist auch die positive Unterstützung einer gesunden Entwicklung gerade schwacher Völker durch Bienenbeuten aus Styropor. Gleichermaßen wie Bienenbeuten haben sich auch Entenbrutkörbe oder andere Gefäße aus Styropor zur Haltung und Züchtung von Kleinlebewesen bewährt.
- Styropor wird im Gartenbau und auch in der Landwirtschaft zur Bodenverbesserung eingesetzt. Es nimmt in zerkleinerter Form (StyromullR) nach Einbringung in Böden eine wichtige ökologische Rolle als lufthaltiges Besiedlungssubstrat ein. So wird bei der Orchideenzüchtung Schaumpolystyrol als Bodenersatz verwendet. Im Boden ist StyromullR an Stoffaustauschvorgängen ähnlich beteiligt wie z. B. gebrannter Ton oder poröses Gestein. Der Zusatz von StyromullR fördert die Ertragsfähigkeit der Böden und beeinflußt die komplexen Vorgänge im Bodensystem positiv.
Lebensmittelrechtliche Aspekte
Styropor wird auch zum Herstellen von Verpackungen für Lebensmittel und in geringem Umfang von Spielwaren verwendet. Hierbei handelt es sich um Bedarfsgegenstände im Sinne des Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetztes (LMBG), die strenge gesetzliche Anforderungen erfüllen müssen. Diese sind im LMBG, der Bedarfsgegenstände-Verordnung sowie den Empfehlungen des Bundesgesundheitsamtes festgelegt.
Hygienische Aspekte
Styropor ist chemisch neutral, nicht wasserlöslich und gibt keine wasserlöslichen Stoffe ab, die zu einer Verunreinigung des Grundwassers führen könnten. In der Bundesrepublik Deutschland hat die Kommission zur Bewertung wassergefährdender Stoffe (KBwS, Kommission beim Beirat Lagerung und Transport wassergefährdender Stoffe beim BMU) aus diesem Grund Polystyrol in die Wassergefährdungsklasse (WGK) 0 eingestuft. Zur Ermittlung der Wassergefährdungsklasse wird das Verhalten der einzustufenden Stoffe in der Umwelt bewertet. Die WGK 0 erhalten dabei nur jene Stoffe, deren Unbedenklichkeit für die Umwelt erwiesen ist.
Neopor bzw. Styropor wird des weiteren durch Mikroorganismen nicht zersetzt und bildet keinen Nährboden für Schimmelpilze und Bakterien, d. h. diese können durch Zersetzung von Styropor keine Spaltprodukte erzeugen, die sie in ihrem Stoffwechsel verarbeiten können. Ebensowenig läßt sich Styropor als Nahrung oder Nahrungsmittelzusatz für Mensch und Tier verwenden.
Styropor verrottet nicht. Selbst äußere Einflüsse, wie z. B. Gülle, phosphatgedüngtes Erdreich, sauerer Regen u. a. bleiben ohne signifikante Auswirkungen auf den Hartschaum.
Versehentlich von Personen oder Tieren aufgenommenes Styropor durchwandert Magen und Darm und wird unverändert wieder ausgeschieden.
Gesundheitliche Aspekte während der Verarbeitung und Nutzung
Bei der Be- und Verarbeitung auf der Baustelle (wie z. B. Schneiden, Brechen, Sägen, Bohren) treten weder Staubbelastungen auf noch gehen irgendwelche Reizwirkungen oder gesundheitliche Beeinträchtigungen von Styropor aus.
Jahrzehntelange positive Erfahrungen bei der Anwendung als Wärme- und Trittschalldämmstoff im Bauwesen sowie wissenschaftliche Untersuchungen belegen, daß bisher weder ein Fall einer gesundheitlichen Belastung von Personen infolge Dämm-Maßnahmen mit Styropor festgestellt worden ist, noch gab es Anzeichen dafür, daß er sich bei sachgerechter Anwendung nicht bewährt hat.
Styropor ist in technischer wie auch ökologischer und gesundheitlicher Hinsicht ein bewährter Dämmstoff.
Quelle: IVH Industrieverband Hartschaum e.V. Heidelberg |
| weitere Informationen: IVH Industrieverband Hartschaum e.V. Heidelberg |
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